Glücklich sein in schwierigen Zeiten

Glücklich sein in schwierigen Zeiten

Liebe Leserin, lieber Leser! „Wie kann ich glücklich sein? Bei all dem, was derzeit los ist?“ – so beschreiben mir viele Menschen eine jener Herausforderungen, vor der sie stehen.

Die meisten Menschen verbinden Glück mit einem Zufall, etwas, was uns von außen in den Schoß fällt. „Ein Lotto-Gewinn – das wäre ein Glück!“ Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen „Glück haben“ und „glücklich sein“.

Hinter unserem Glücklich-Sein steckt weder ein Zufall noch ein aktives Tun. Wir können weder den Krieg in der Ukraine beenden noch sind wir derzeit vor einer Infektion samt Quarantäne sicher. Hinter unserem Glücklich-Sein stecken vielmehr Dankbarkeit und Vertrauen.

Mit Dankbarkeit und Vertrauen richtet sich der Blick auf das, was sich zum Positiven verändert hat. Wir starren dann nicht mehr gebannt und gelähmt auf das Unheilvolle, sondern wir richten uns nach dem aus, was wir an Gutem bewirkt haben und uns geschenkt ist.

Die Ohnmacht greift nur so lange um sich, wie wir keine Handlungs- möglichkeiten für uns sehen. Mit unserem sozialen Engagement zum Beispiel (in der Wärmestube, in der Hilfe für Geflüchtete, bei Krankenbesuchen, ...) verändern wir nicht die große Welt mit all ihren Problemen. Wir verändern eine kleine Welt – und, was noch wichtiger ist: Wir verändern uns.

Eine Jugendliche hat mir gestern geschildert: „Die Quarantäne war hart, aber schön. Ich habe viel mit meinen Eltern gesprochen. Wir haben lange nicht mehr so viel geredet“. Das bedeutet nicht, dass Quarantäne immer so laufen muss! Für diese Jugendliche bewirkte sie ein Glücklich-Sein.

Mit jedem Moment des Empfindens von Dankbarkeit wächst das Vertrauen, dass das Gute möglich ist. Und das schafft ein Glücklich-Sein, das frei von Abhängigkeiten ist. Dieses Glücklich-Sein macht uns zu freien Menschen und freien Christinnen und Christen.

Jesus hatte einen guten Blick für dieses Glücklich-Sein, als er sagte: „Sammelt euch Schätze im Himmel, wo sie nicht von Motten gefressen werden!“ (Mt 6,19). Wenn man sich bewusst ist, dass der Himmel dort ist, wo Liebe lebendig ist – also in dieser wie in der zukünftigen Welt – dann gibt es viele gute Möglichkeiten zum Glücklich-Sein.

Davon bin ich überzeugt. Und das wünsche ich von Herzen!

Euer / Ihr dankbarer Pfarrer Hannes Dämon